Pintxos, Bier und skaten in Bilbao

Ausnahmsweise sind Annika und ich getrennt in den Urlaub. Während Annika mit ihren Eltern an den Bodensee fuhr, wollte ich meine in Portugal erlernten Surfkenntnisse erweitern. Wie es für mich typisch ist, entschied ich mich sehr spontan für meinen Urlaub. Genauso spontan sollte es auch losgehen. Flüge nach Portugal und Frankreich waren zu dem Zeitpunkt leider zu teuer und in Süd-Spaninen war anscheinend keine Saison. In genau diesen Momenten geht mir meine Planlosigkeit selbst auf die Nerven.

Am Ende ging es in Richtung Bilbao und später zum Surfen ins Moana Surf and Skate Hostel. Bevor es mit dem Surfen und Skaten los ging hatte ich aber noch ein paar Tage in Bilbao.

Yeah… Mein Bett ist vergeben.

Mein Urlaub hätte nicht besser starten können. Ich verpasste die letze Bahn, musste zu Fuß zum Hostel, am Hostel selbst erfuhr ich, das mein Bett versehentlich bereits vergeben wurde und woanders übernachten müsse. Trotz meiner Müdigkeit entschied ich mich, es gelassen zu nehmen. Ich hatte einfach keine Lust, mich bereits an meinem ersten Tag aufzuregen und eine Lösung für das Problem wäre ein Wutanfall auch nicht gewesen. Um eine Lösung kümmerte sich aber das Hostel und das rasch – nicht mal um den Transport musste ich mir Gedanken machen. Es stellte sich sogar heraus, dass sich das neue Bett in Bilbaos Altstadt befand – ganz in der Nähe der Casco Viajo. Yeah… Ich ließ den Abend mit einem, vielleicht auch zwei Bier in den Bars der Iturribide Kalea ausklingen.

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Mit dem Skateboard durch Bilbao

Die nächsten Tage erkundete ich Bilbao mit meinem kleinen Globe Cruiser, den ich mir extra für meinen kleinen Urlaub kaufte. Auf einem kleinen Skateboard lässt sich eine Stadt so viel einfacher und schneller erkunden. Allerdings hatte ich  das ein oder andere Mal die Sorge, dass ich in den Fluß springen muss, um es wieder heraus zu fischen.

Ziemlich schnell war mir klar, dass ich Bilbao mögen werde. Wer sich über die Geschichte der Stadt erkundigt, wird schnell erfahren, dass Bilbao einst den Ruf hatte, hässlich und grau zu sein. Heute ist davon zum Glück nicht mehr viel zu sehen. An jedem Stück grauen Beton haben sich Streetartists ausgetobt. So ist die Stadtautobahn heute zum Beispiel ein kleines Kunstwerk, das beinahe nahtlos mit den üppig bepflanzten Bergen verschmilzt und riesengroße graue Brückenpfeiler wurden einfach zu Kunstwerken umgestaltet.

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Eigentlich bin ich kein Freund von Tourismus-Architektur à la Elbphilharmonie oder Guggenheim-Museum. Aber wenn man schon mal in Bilbao ist, sollte man es sich wenigstens anschauen. Immerhin bildete es die Grundlage für den heutigen Erfolg und die Bekanntheit der Stadt. Sollte ich das Guggenheim-Museum in einem Wort beschreiben wäre das: Wow.

Das fängt schon bei der Ankunft in Bilbao an. Wer sich, wie ich dazu entscheidet, mit dem Bus vom Flughafen in die Stadt zu fahren, gelangt durch einen Tunnel, an dessen Ende sich Bilbao vor einem ausbreitet, um einen Willkommen zu heißen. Und in der ersten Reihe: Das Guggenheim-Museum, das unweigerlich die Blicke auf sich zieht, egal ob nachts beleuchtet oder tagsüber in der Sonne funkelnd. Es könnte nicht schöner sein, wenn er von einem Hollywood Regisseur inszeniert worden wäre. Steht man dann vor dem Guggenheim, hat man das Gefühl, sich vor einem Gebäude zu befinden, dass nicht wirklich da zu sein scheint. Zu unwirklich erscheinen einem die Kombination aus Material und unendlich wirkender Form.

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Für Jemanden, der die Stadt auf einem Skateboard erkundet, ist der Untergrund um das Guggenheim-Museum herum optimal. Das allein ist schon ein Grund, viel Zeit am Guggenheim zu verbringen.

Übrigens; Das beste am Guggenheim-Museum: Es wurde innerhalb des Budget-Rahmens und innerhalb des Zeitplans fertiggestellt. In your face Elbphilharmonie.

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Chillen in Parks

Neben dem Nervión, der Fluß, der Bilbao komplett durchzieht und im Meer endet, hat Bilbao einige schöne und weniger schöne, aber dafür schön gelegene Parks und Grünflächen. Der República de Abando Park, liegt direkt neben dem guggenheim und bietet einen fantastischen Blick aus selbige und den Fluß. Hier verspeist man am Besten sein Eis, dass man in der Eisdiele in der Nähe kauft und deren Kugeln die Form von Rosenblätter haben, oder man genießt ein eisgekühltes Bier aus einem der vielen kleinen Shops. Wer sich nicht entscheiden kann, macht beides.

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Ein ebenfalls schöner Park, der nicht nur zum Schlendern, sonder bei extremer Hitze auch zum Chillen einlädt ist der Parque de Doña Casilda de Iturrizar. In den kleinen Springbrunnen in der Mitte des Parks wäre ich am liebsten direkt reingesprungen. Spaniens Norden zeigte mir sich entgegen aller Befürchtungen nämlich mit unglaublichem Wetter.

In Hamburg gibt es bekanntlich keine Berge und wenn man einen Blick über die Stadt sehen möchte, muss in eine der teuren Bars in Hamburgs Hochhäsuern oder auf den Michel. In Bilbao reicht ein Sparziergang durch den Parque Etxebarria. Neben einem traumhaften Blick über die Stadt kann man auch Kids beim Kicken oder beim Skaten zuschauen.

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Pintxos y cerveza

Die Altstadt hat es mir besonders angetan. Ich mochte es, im Schatten der Gebäude durch die engen Gassen zu schlendern und mit das Leben in Bilbao vor langer Zeit vorzustellen. Wenn es Abend wurde, füllten sich die Bars langsam mit hungrigen und Amüsierfreudigen Spaniern und Touristen. Auf der Suche nach Pintxos und Bier durchstreiften sie die Bars. Pintxos, die Baskische Version von Tappas, sind kleine Brote, mit aufwendigen Belag, die es für kleines Geld in jeder Bar gibt und die sich am besten mit ebenso günstigem Bier herunterspülen lassen. Pintxos und Bier, die beiden besten Gründe, abends auszugehen.

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Karte von Bilbao