Tropen mitten in Hamburg

Tropen Mitten in Hamburg

Eigentlich sollte ich jetzt an meiner Hausarbeit schreiben – und eigentlich hätte ich das auch schon Sonntag machen sollen. Aber stattdessen: Prokrastination. Was auch sonst? Dafür aber eine der coolsten Ablenkungen seit langem: Der Freund und ich waren in Hagenbecks Tropen-Aquarium – und ich im Tierparadies. Ich bin aus den „aaaaaaws“ und „oooooohs“ gar nicht mehr raus gekommen und konnte mit den vielen Kindern, die dort herum kreischten, definitiv mithalten.

14,- Euro pro Person kostet das Vergnügen. Ein bisschen teuer vielleicht, aber andererseits haben der Freund und ich auch gute zwei Stunden in dem Aquarium verbracht. Für einen schlechten 3D Film im Kino bezahlt man das Gleiche und dort müssen weder Tiere gefüttert noch Käfige gesäubert werden (obwohl…). Aber ich würde sagen, der Eintritt lohnt sich. Den einzigen Tipp den ich geben kann: nehmt Trinken und einen Snack von zu Hause mit. Das „Restaurant“ dort verlangt für 0,5l Softgedöns 3,90 Euro! Leider war ich am verdursten und nicht so schlau etwas einzustecken, daher habe ich den wohl teuersten Eistee meines Lebens getrunken.

Naja, aber mal zum Wesentlichen: Der Freund und ich hatten uns vorher nicht genauer informiert, was uns im Aquarium erwarten wird – aber wir dachten, der Name sagt auch schon alles, Aquarium = Fische in einem Becken. Es gab jedoch noch viel mehr zu sehen als nur das: Von Vögeln über Amphibien bis hin zu Krabbelviechern gab es alles, was sonst nur in tropischen Regionen lebt. Gleich am Eingang wurden wir von kleinen Äffchen und frei fliegenden Vögeln begrüßt. Ein seltsamer Geruch aus Kot und faulem Essen sagte uns allerdings auch direkt hallo. Daher haben wir es auch nicht all zu lange am Eingang ausgehalten und sind weiter ins Tropenparadies vorgedrungen. Dort warteten Chamäleons, die hässlichste Schildkröte der Welt und aggressive Rochen auf uns. Wir hatten Glück, da die Schildkröte und der Rochen gerade mit Fischköpfen gefüttert wurden. Somit tummelten sie sich alle an einem Platz und wir konnten einen Blick auf sie werfen.
Allerdings gab es da auch ein paar Tiere, die wir zwanzig Minuten suchen mussten. Mit ihren Tarnfarben haben sie sich der Dschungelumgebung perfekt angepasst. Der Freund und ich haben daraus eine Challenge gemacht: Wer findet zu erst Jesus? Ja ganz recht – es gibt tatsächlich eine Echsenart namens Jesus Christus. Ich habe Jesus im übrigen als Erste entdeckt…

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Weiter zu den Schlagen, die sich anscheinend gerade gehäutet haben – wäh – und Klippschliefern – aaw. Von letzteren habe ich vorher noch nie was gehört, geschweige denn gesehen, aber sie gehören zu den süßesten Tieren der Welt. Verwand mit Elefanten, leben sie vor allem in Afrika. Ähnlichkeiten mit den Rüsseltieren haben die Klippschliefer meiner Meinung nach übrigens nicht – eher mit Wombats. Sie sind klein, braungrau, wuschelig und einfach nur niedlich. Mutter und Baby kuschelten sich auf einem kleinen Berg zusammen, während der Freund und ich sie beobachteten. Danach weitere süße kuschelnde Tiere, dessen Namen ich nicht kenne – als wären sie alle noch im Valentinsmood (der einen Tag zuvor war).

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In einem Terrarium konnten wir dann noch Krabbelviecher in jeglichen Formen und Varianten betrachten. Einige Tiere waren als solchen gar nicht zu erkennen, sondern sahen aus wie vertrocknetes Laub. Am faszinierendsten waren jedoch die Frösche, die durch ihre schillernden blauen, gelben oder roten Farben auffielen. Wie zum Beispiel der Strawberryfrog – kaum größer als eine Fingerspitze, aber so leuchtend rot, das man ihn garantiert nicht übersieht. Wunderschön!

Danach begann dann auch tatsächlich das eigentliche Aquarium – naja, erst sind wir noch an Krokodilen vorbei gekommen. Wir sind beide der Meinung, dass diese Tiere eindeutig die Vorlage für mystische Geschichten und Sagen von Drachen und Monstern sind. Krokodile sehen einfach spektakulär scheisse aus und bewegen sich im Wasser ziemlich unheimlich.

Das Aquarium hat ebenfalls allerhand Artenvielfalt und Fische bereitgehalten: Kugelfische, Nemo und Dori Fische, Seepferdchen, Moränen und und und. Mein Highlight waren die Quallen – und wenn man auf Instagram schaut, scheint es das Highlight aller Besucher zu sein. Aber diese leuchtenden Schönheiten sind auch einfach anziehend. Umso mehr festigt sich auch der Gedanke in mir, dass mein erstes Tattoo eine Qualle sein soll :-).

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Im Vergleich zu einem Aquarium-Erlebnis in Shanghai, waren vor allem die Haie ziemlich klein und unspektakulär. In Shanghai sind wir durch einen rotierenden Tunnel gegangen, in dem Haie um uns herum schwammen. Natürlich trennte uns Glas, aber der erste Anblick war trotzdem ziemlich erschreckend.
Andererseits… Haie gehören meiner Meinung nach eh nicht ins Aquarium, das Becken kann gar nicht groß genug sein, um den Haien den Raum zu bieten, den sie brauchen. Von daher gar nicht so schlecht, dass das Hagenbeck Aquarium auf solch spektakulären Einfälle verzichtet.

Aber genug der vielen Worte, hier ein paar weitere Eindrücke unseres Spitzentags:

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